
So wird der Transport deines Pferdes sicher und stressfrei.
Im vorherigen Blogbeitrag haben wir dir bereits einige Ideen gegeben, wie du dein Pferd so gut wie möglich auf das Verladen und Transportieren im Anhänger vorbereiten kannst, damit es so stressfrei wie möglich für es ist.
Nun soll es also losgehen! Doch auch das tatsächliche Verladen und Transportieren von Pferden im Anhänger erfordert besondere Vorsicht und Vorbereitung, um die Sicherheit und das Wohlbefinden der Tiere zu gewährleisten. Hier kommen einige Tipps, damit alles so sicher und reibungslos wie möglich gestaltet werden kann.
Grundvoraussetzungen für den Transport
Selbstverständlich sollten der Anhänger und auch das Zugfahrtzeug einen gültige TÜV Zulassung haben. Außerdem ist es wichtig, dass das Zugfahrzeug für den Transport des Anhängers geeignet ist. Überprüfe die Zuglast des Fahrzeugs, damit es in der Lage ist, das Gewicht des Anhängers samt Pferd(en) zu ziehen. Stelle aber auch sicher, dass die Stützlast des Anhängers innerhalb der zulässigen Grenzen liegt. Wichtig ist außerdem, dass der/die Fahrer/in über die notwendige Fahrerlaubnis verfügt, um mit einem Anhänger zu fahren. Informiere dich über die gesetzlichen Bestimmungen und erwerbe gegebenenfalls die erforderliche Fahrerlaubnis.
Achtung!
Alle wichtigen Papiere müssen während des Transports mitgeführt werden: Fahrzeugschein, Anhängerpapiere, Führerschein und Equidenpass!
Überprüfung des Anhängers und Zugfahrzeugs vor der Fahrt
Vor jeder Fahrt sollte eine gründliche Inspektion des Anhängers und des Zugfahrzeugs durchgeführt werden. Kontrolliere, ob die Reifen des Anhängers und Fahrzeugs in gutem Zustand sind und den richtigen Luftdruck haben. Teste weiterhin, ob die Bremsen und Beleuchtung des Anhängers funktionieren. Auch die Anhängerkupplung, Handbremse, Auflaufbremse und das Stützrad müssen voll funktionsfähig sein. Alle Türen gut und fest zu verschließen sein, alle Hebel leichtgängig, desweiterem dürfen im Inneren des Anhängers keine Verletzungsgefahren für das Pferd bestehen.
Achtung!
Wird ein Anhänger nicht regelmäßig genutzt, ist es umso wichtiger ihn vor jeder Fahrt zu überprüfen, denn viele Anhänger stehen sich regelrecht kaputt! Hier sollten unbedingt die Bodenplatte und die Rampe regelmäßig überprüft werden. Aber auch die Bremsen können sich festsetzen und die Räder blockieren, wenn der Anhänger nur selten genutzt wird!
Planung der Strecke
Plane bereits im Voraus die Strecke deiner Route. Beim Pferdetransport ist nicht immer die schnellste Strecke die beste. Vermeide außerdem Stoßzeiten, Stau, Baustellen, sowie starken und lauten Verkehr. Auch eine Fahrt mitten durch die Stadt mit vielen Stopp and Go´s an Ampeln, kann sehr stressig für deinen Vierbeiner sein. Straßen mit vielen Kurven oder Schlaglöchern sollten vermieden werden.
Tipp:
Bei längeren Strecken sollten regelmäßig Pausen eingeplant werden. Diese kannst du nutzen, um nach deinem Pferd zu schauen, Heu aufzufüllen und ihm Wasser anzubieten.
Vorbereitung des Anhängers
Ein gut vorbereiteter Anhänger sorgt für eine angenehmere Fahrt für das Pferd. Hänge ein Heunetz im Anhänger auf, damit dein Vierbeiner während der Fahrt beschäftigt ist. Außerdem wirkt das Fressen in der Regel beruhigend. Das Heunetz sollte so angebracht werden, dass es von deinem Pferd gut zu erreichen ist. Es darf nicht zu hoch aufgehängt werden, um eine unnatürliche Fresshaltung zu vermeiden. Es darf aber auch nicht zu tief hängen, damit es nicht hineintritt. Der Bodenbelag im Anhänger sollte rutschfest sein, aber zusätzlich eingestreut werden.
Tipp:
Als Einstreu ist am besten Späne geeignet, denn es nimmt besonders gut die Feuchtigkeit vom Schwitzen, Urin oder Kot auf. Entferne unbedingt nach jedem Transport die nasse Einstreu und den Mist!
Vorbereitung des Pferdes für die Fahrt
Bereite dein Pferd so gut es geht auf den Transport vor. Gewöhne es an den Anhänger, indem du es regelmäßig verlädst, auch wenn keine Fahrt geplant ist. Hier kann auch ein Füttern auf dem Anhänger sehr hilfreich sein, damit es das Ganze mit etwas Angenehmen verbindet. Verwende für die Fahrt Transportgamaschen, um die Beine zu schützen. Je nach Temperatur sollte es auch eine Abschwitzdecke oder Fliegendecke während der Fahrt tragen.
Tipp:
Die meisten Pferde fahren lieber in Gesellschaft, außerdem kann ein erfahrenes Pferd Ruhe und Sicherheit vermitteln. Nutze dies, wenn möglich, für die ersten Fahrten!
Sicheres Verladen
Sorge im Vorfeld schon für optimale Rahmenbedingungen und schaffe eine ruhige und stressfreie Umgebung zum Verladen. Verlade nie unter Zeitdruck, sondern plane immer reichlich Zeit ein. Alle Handgriffe und die richtige Reihenfolge müssen perfekt sitzen! Bist du unsicher oder aufgeregt? Dann hole dir erfahrene Hilfe, die euch unterstützen kann. Zu Beginn sollte man möglichst nicht alleine verladen, sondern mindestens einen Helfer an seiner Seite haben. Lasse deinem Pferd genug Zeit den Anhänger zu betreten, mache so wenig Druck wie möglich und verwende positive Bestärkung. Ist dein Pferd im Anhänger, lass deinen Helfer zuerst die Stange zu machen. Erst im Anschluss wird dein Pferd angebunden und die Anhängerklappe geschlossen.
Achtung!
Dein Pferd sollte nicht zu lang, aber auch nicht zu kurz angebunden werden. Es muss sich während der Fahrt gut ausbalancieren können, darf aber auch nicht in den Strick reintreten oder in die Versuchung geraden sich im Anhänger umdrehen zu wollen!
Fahren mit Pferd im Anhänger
Beim Fahren mit einem Pferd im Anhänger sollte man besonders vorsichtig, vorrausschauend, konzentriert und umsichtig sein. Abruptes Bremsen oder Beschleunigen muss unbedingt vermieden werden. Kurven sollten möglichst sanft, langsam und gleichmäßig genommen werden. Ist dein Pferd unruhig auf dem Anhänger, dann wähle zunächst nur kurze Strecken und steigere sehr langsam die Entfernung.
Tipp:
Anhängerkameras können helfen während der Fahrt ein Auge auf dein Pferd zu haben. Die Anschaffung ist heutzutage nicht mehr kostenintensiv und die Installation relativ einfach.
Abladen vom Anhänger
Auch das Abladen sollte ebenso sorgfältig durchgeführt werden und jeder Handgriff sicher sein. Wähle einen möglichst ruhigen Ort dafür aus. Mindestens ein Helfer sollte bereitstehen, um dich zu unterstützen. Lasse dein Pferd nicht unnötig lange nach der Fahrt auf dem Anhänger warten, wenn es dies nicht gewohnt ist. Gehe zu deinem Pferd in den Anhänger, löse den Strick und gib dann deinem Helfer Bescheid, dass ihr bereit seid. Erst dann sollte dein Helfer die Anhängerklappe öffnen und nach Absprache die Stange herausnehmen. Versuche zu vermeiden, dass dein Pferd direkt hastig vom Anhänger stürmen möchte. Idealerweise sollte es kurz warten und erst auf dein Signal langsam die Rampe heruntergehen. Dein Helfer kann dabei darauf achten, dass es nicht an der Rampe vorbei tritt.
Überprüfung nach dem Transport
Nach dem Transport ist eine Nachkontrolle wichtig. Überprüfe, ob dein Pferd Anzeichen von Stress zeigt oder sich Verletzungen zugezogen hat. Nimm ihm die Gamaschen ab. Die Decke lässt du noch auf, wenn es geschwitzt hat. Den meisten Pferden tut nach dem Transport etwas Bewegung gut. Das kann ein kleiner Spaziergang sein, aber auch freie Bewegung auf dem Paddock oder der Koppel. Auch der Anhänger sollte auf mögliche Schäden oder Abnutzung inspiziert und gründlich gereinigt werden.
Um Unfälle und unnötige Aufregung für deinen Vierbeiner zu vermeiden, ist es sinnvoll jeden Transport gründlich zu planen und vorzubereiten. Mit Hilfe dieser Tipps kannst du die Fahrten mit dem Anhänger für dein Pferd so sicher und stressfrei wie möglich gestalten.